Jan Eggers

Das Interdings, soziale Medien, Journalismus und der ganze Rest.

Barcamps: Digital vernetzen, real treffen. Ein Feature.

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Schön wär’s, ich käme mal wieder dazu, etwas anderes in die Blogs zu tun als Zweitverwertungen. Aber ehe hier gar nichts mehr passiert, und ehe die Anzahl der Entwürfe mein WordPress-Dashboard endgültig überhäuft wie ungelesenes Papier meinen Schreibtisch, eine Radio-Übernahme aus gegebenem Anlass: das Manuskript zu dem Feature, das aus meinem Besuch auf dem Barcamp Rhein-Main entstanden ist.

Gesendet wird das Feature morgen um 8.30 Uhr in der Reihe „Wissenswert“ bei hr2-kultur.

Barcamp-Teilnehmer vor dem Tagesplan (Foto: Frank Hamm/flickr.com, CC-nc-by-nd)

(zum Text)

975 (OT Jan Eggers) „Samstag morgen, 8 Uhr 30, normalerweise so gar nicht meine Zeit am Wochenende. Ein graukalter Novembermorgen, und ich bin dabei, auf eine Unkonferenz zu gehen. Was das genau heißt, weiß ich noch nicht, auch nicht, wie mein Vortrag ankommen wird, den ich auch halte; ich weiß noch nicht einmal, ob den überhaupt Leute sehen wollen… all das werde ich erst in den nächsten 48 Stunden erfahren. “

Dieser Mensch, der da so aufgeregt klingt, das bin ich. Ich stehe kurz davor, mein Wochenende auf einem Barcamp zuzubringen oder, wenn Ihnen dieser Ausdruck besser gefällt, auf einer Unkonferenz. Ort des Geschehens: Das Tagungszentrum der Deutschen Telekom in Darmstadt, ein schicker Konferenzbau mit viel Glas und einem weiten, weißen Forum. Hostessen geben Namensschildchen an die Teilnehmer aus. Bis jetzt ist alles wie bei jeder anderen Konferenz.

Gestatten: Unkonferenz

Ein Barcamps aber ist eine Konferenz, deren Themen die Teilnehmer selbst bestimmen – während die Konferenz schon läuft. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie das nicht gleich verstehen. Es ist leichter zu sagen, was ein Barcamp nicht ist: Es ist keine Tagung mit festem Programm. Es geht nicht förmlich zu. Es ist keine gewinnorientierte Veranstaltung. Es gibt keine Unterscheidung zwischen Referenten und Teilnehmern. Und es hat weder etwas mit einer Bar zu tun, noch mit campen gehen – aber der Reihe nach. Fest steht im Moment nur, dass ich nicht weiß, was mich an diesem Wochenende erwartet. Aber so geht es an diesem Morgen fast allen.

(Umfrage BC: (921) „Hab drüber gelesen, das muss man selbst organisieren – lasse mich überraschen.“ – (918) „Lasse mich überraschen. Web 2.0, Social Media, so die Richtung…“ (922) „bin privat Twittterer und Blogger, und das reicht, um hier ein bisschen Spaß zu haben.“)

Barcamps sind eine Tagungsform der Netzbürger; derjenigen, die vom Internet leben oder mit dem Internet. Das sind die unterschiedlichsten Menschen: Programmierer, Grafikdesigner, angehende Onlinejournalistinnen, Werber, Politaktivisten – und auch Studenten wie Jan und Sonja, 28 und 25 Jahre alt. Die beiden studieren in Mainz; er Mediendesign, sie Kommunikationsdesign. Sonja hat selbst schon mal an einem Barcamp mitgearbeitet – Mit Jan und Sonja komme ich in einer Schlange ins Gespräch. Wir haben uns angestellt, um an der Planung des ersten Barcamp-Tages mitzuwirken; Nach Kaffee und Frühstück ist es inzwischen richtig losgegangen.

Das Unplanbare wird geplant

Es geht jetzt in die Sessionplanung. 10 Uhr ist es jetzt, um 11 Uhr sollen die ersten Vorträge beginnen. Die Barcamp-Teilnehmer haben sich im großen Vortragsraum versammelt – etwas mehr als zweihundert Menschen sitzen im Raum. Nein, stimmt nicht: ein Großteil sitzt – einige Dutzend Teilnehmer stehen; in einer langen Schlange vor der Bühne. Ich auch. Wir alle wollen einen Vortrag halten und müssen sehen, ob sich dafür Zuhörer finden. Das funktioniert so: Jeder, der über ein Thema reden möchte, kommt auf die Bühne und stellt dieses Thema kurz vor.

Embedded Reporter (Foto: patricklenz.net, cc-nc-by-na)Was mache ich hier in dieser Schlange? Ich wollte nicht nur Reporter sein, sondern auch Teilnehmer – also habe ich mir in den Kopf gesetzt, auch eine Session zu halten. Das steht gewissermaßen im Kleingedruckten für Barcamp-Teilnehmer: Du musst nichts bezahlen, du bekommst ein Frühstück, ein Mittagessen und ein T-Shirt, du kannst allen Vorträgen zuhören, aber dafür musst du auch bereit sein, dein Spezialwissen und deine Erfahrung mit anderen zu teilen. Keine Trennung zwischen Referenten und Publikum, sagt die Barcamp-Theorie. Also gut: probiere ich aus.

(931, 2’10) (JE) „Hallo, ich bin Jan. Ich bin hier heute so ein wenig als embedded reporter unterwegs, aber das bitte gleich wieder vergessen. Ich möchte eine Session anbieten, die auch mit meiner Arbeit zu tun hat, ich möchte eine Session anbieten über Datenjournalismus…“

Ich beschreibe kurz das Thema – und tatsächlich heben ein Dutzend Leute die Hand und bekunden Interesse. Direkt nach mir sind Jan und Sonja dran.

(931 3’10) „Unser Thema wird: Digitale Anwendungen für Kinder. Uns ist aufgefallen, dass es extrem wenig qualitative Inhalte für Kinder im Internet gibt, wenige pädagogische Konzepte für Social Media etcetera, und würden gezielt die unter euch ansprechen, die bereits schon Kinder haben oder kleinere Geschwister, um zu erfahren, wie die mit Internet, mit dem Computer umgehen, oder vielleicht die, die schon mit Smartboards etcetera Erfahrung haben.“

Wieder hebt ein gutes Dutzend Menschen die Hand. Damit hat der Vortragsvorschlag von Jan und Sonja es geschafft und geht zum Session Master, sozusagen dem Tagesplaner. Der Session Master und sein Team verteilen die Themen dann über den Tag und über die Räume; bauen eine Agenda. Viel Zeit haben sie nicht – die Vorstellung der Vorschläge hat fast eine Dreiviertelstunde gedauert, und in einer Viertelstunde soll es mit den ersten Vorträgen losgehen.

„Das Blöde ist, dass jetzt so nach und nach Leute kommen, die nochmal irgendwas woanders hin haben wollen, weil sie gleichzeitig eine andere Session besuchen wollen und so weiter, von daher ist es manchmal ein bisschen nervig.“

Matthias Thürling, der Sessionmaster, hat natürlich Unterstützung von einem cleveren Computerprogramm zur Terminplanung und ein festes Orientierungsraster. Sechs Vortragsstunden stehen auf dem Plan. Jede ist gleich aufgebaut: eine Dreviertelstunde pro Thema, dann eine Viertelstunde Pause bis zur nächsten Vortragsrunde. Insgesamt gab es heute morgen 43 Session-Vorschläge, und für alle gab es Interessenten, manchmal nur drei oder vier.

„Es kommt jeder dran. Prinzip von einem Barcamp ist, dass man soviel Platz hat, dass alle Sessions stattfinden können, und zur Not – so haben wir’s letztes Jahr in Mainz gemacht – haben wir auch im Aufenthaltsraum noch Sessions stattfinden lassen.“

Coffeinjunkies und Coderbuben

3-D-Fernseher antesten (Foto: Frank Hamm /flickr.com, CC-NC-BY-NA)Weit über 200 Menschen strömen wieder hinaus ins Foyer des Tagungsgebäudes und schlürfen ihren Kaffee. Und schon bald stellt sich heraus: Die Telekom, als einer der Sponsoren gleichzeitig Gastgeber, hat den Koffeinbedarf der Barcamp-Teilnehmer massiv unterschätzt – die Kaffeemenge, die sonst für einen ganzen Tagungstag ausreicht, haben die Barcamper schon bis zum Mittag ausgetrunken.

Wohin bin ich hier geraten? Was sind das für Menschen?

(922) „Ich hoffe, viele interessante Vorträge zu hören und nette Leute aus dem Rhein-Main-Gebiet kennenzulernen, die das gleiche tun wie ich. Ich bin ja selber auch Webentwicklerin, und ich finde, es ist ganz wichtig, die Neuheiten nicht nur durch Blogeinträge zu bekommen, sondern auch mal ein paar Vorträge zu hören und mitzubekommen, was andere Leute interessiert.“ — (923) „Spannende Gespräche und Vorträge, die ein bisschen über das normale Konferenzgelaber hinausgehen…“

Die Idee für Barcamps stammt aus dem Silicon Valley, aus der Welt der Programmierer und Web-Entwickler. Der Name Barcamp ist ein höchst verzwirbelter Witz für Technik-Insider; ein Wortspiel mit dem Nonsenswörtchen „FOOBAR“. Ein Platzhalter, ein Wort ohne Bedeutung. 2005 kam der kalifornische Internet-Unternehmer Tim O’Reilly auf die Idee, eine Konferenz zu gründen. Dort sollten kluge Köpfe aus dem Sillicon Valley ihre verrücktesten Ideen austauschen, ohne Vorgabe, ohne Beschränkung. Zunächst waren das O’Reillys Szenekumpels – die Friends of O’Reilly, abgekürzt FOO, sprich: foo. Und die Veranstaltung hieß dann bald: Foocamp. Aber: O’Reillys Idee hatte den Schönheitsfehler, dass man nur auf Einladung reinkam. Also übernahmen andere das Konzept, öffneten es und nannten das Gegenstück zum Foocamp – Barcamp. Wegen Foobar. Der Humor, der in diesem Wortspiel steckt, hat eine sehr spitze Zielgruppe – die aber auf Barcamps in der Überzahl ist: man nennt diese Menschen Nerds.

Ein Nerd, das ist laut Wörterbuch ein Sonderling, ein Fachidiot – meistens einer, der beruflich oder privat viel mit Computern zu tun hat. Nerds konsumieren unglaublich viel Koffein. Hacker sind Nerds. Programmierer sind Nerds. Und Nerds nennen sich selber lieber Geeks, das bedeutet das Gleiche, hat aber keinen abfälligen Unterton. Ein Geek – oder Nerd – ist jemand, der mit Technik und mit Computern großartige Dinge anstellen kann, hat äußerlich Ähnlichkeit mit dem jungen Woody Allen oder wenigstens mit einem fetten jungen Woody Allen. Der Nerd ist von hoher Intelligenz und niedriger sozialer Kompetenz – behauptet das Klischee.

Merke: Prezi nie auf Linux

Ausgerechnet hier, unter diesen, internet-erfahrenen Menschen, startet meine eigene Session mit einem technischen Fehlschlag: ich bekomme meine Präsentation auf meinem Laptop nicht zum Laufen und muss einfach drauflosreden. Es stellt sich heraus, dass das hervorragend zum Barcamp passt. Kommunikation – miteinander reden – das ist ins Barcamp-Konzept eingebaut. Wenn eine Session eine halbe Stunde läuft, kommt eine Helferin mit einem Schild hinein und unterbricht den Redner – die letzte Viertelstunde jeder Session ist für den Meinungsaustausch reserviert. Das Wichtigste an den Vorträgen sind ohnehin die langen Pausen dazwischen, sagt mir ein erfahrener Barcamper; der ungezwungene Austausch über einen Kaffee. Im Prinzip ist das Camp nichts anderes als eine große Maschine, die Ideen zwischen Menschen hin- und herschickt und Kontakte knüpft. Barcamps sind eben auch ein Weg, um das Bild vom bindungsgestörten Programmiertier zurechtzurücken – wer im Netz lebt, ist Teil der Community.

Norbert Gilles (Foto: patricklenz.net, cc-nc-by-na)Community. Ein Begriff, der auf dem Barcamp immer wieder fällt. Das schlichte englische Wort für Gemeinschaft ist allgegenwärtig: Ich will wissen, was die Community darüber denkt, höre ich. Oder: Das Wissen der Community anzapfen. Die Community – so eine Art kollektiver Organismus aus Menschen, die über das Netz Kontakt halten miteinander – der virtuelle Ortsverein der Netzgemeinde, der sich hier im Real Life begegnet, also: im wirklichen Leben. Was hat es mit dieser Community auf sich? Einer, der es wissen muss, ist Norbert Gilles. Norbert ist einer der Organisatoren des Barcamps, steht dem Trägerverein vor und passt zumindest äußerlich halbwegs ins Nerd-Klischee – ein ruhiger Anfangdreißiger mit Physiklehrerbart und Brille. Also, Norbert – was ist für dich die Community?

„Die Community, die gibt’s eigentlich gar nicht. Deswegen ist es auch albern, zu sagen, dass die Community auf irgendwas allergisch reagiert, weil wer soll das sein. Das sind dann immer Einzelne, die Meinungsmacher sind vielleicht.“

Diese Meinungen muss Norbert ernst nehmen. Beim ersten Barcamp, das er mitorganisiert hat, vor einem Jahr – da gab es Gegrummel, weil die Organisatoren auf eine ausführliche Vorstellungsrunde verzichtet haben. Norbert und eine Mitorganisatorin diskutieren die Kritik.

(945 „Ich meine, die Hälfte der Leute stellt sich doch ohnehin vor, weil sie eine Session halten.“ – „Also, weißte, das mit der Vorstellungsrunde, das war halt auch so ne Nummer. Man kann’s auch nicht jedem recht machen. Wenn du ne Vorstellungsrunde machst, das ist ne Stunde die weg ist, das ist ne komplette Session.“ – „Und es gab Anmerkungen…“

Gerade hier, in den Räumen des Großkonzerns Telekom, vollführen die Organisatoren einen Spagat: Sie wollen, das alles gut läuft – was mit Unterstützung der Telekom auch noch ein wenig leichter ist als sonst. Andererseits darf die Veranstaltung nicht überorganisiert und kommerziell wirken – darauf, sagt Norbert, reagiert die Community allergisch.

„Absolut. Aber Unkonferenz muss ja nicht heißen: unprofessionell.“

Wiki killed the Schulbuchstar

In der Zwischenzeit bereiten sich die Mainzer Studenten Jan und Sonja auf ihre Session vor –digitale Anwendungen für Kinder.

nd Sonja zu Beginn ihrer Session (Foto: patricklenz.net CC-NC-BY-NA)Wie bringt man Kindern Netzkompetenz bei – wenn Schulbücher veraltet sind und Lehrer und Eltern vom Netz größtenteils keine Ahnung haben? Ein Teilnehmer der Runde macht einen Vorschlag, der ziemlich typisch ist für Barcamps: Ersetzt Schulbücher durch eine offene, internetbasierte Plattform. So etwas wie Wikipedia für Schüler. Den Einwand, dass es ja gar nicht so einfach ist, einen Text zum Lehren zu verfassen, wischt er vom Tisch – aus Sicht der Nerds ist die Welt oft ziemlich einfach. Aber ist Wikipedia als Schulbuchersatz wirklich so abwegig? Nicht für Sonja und Jan, die einen Großteil ihrer Schulzeit mit der Recherche in Wikipedia überbrückt haben.

„Es ist, hm, ja, einen Versuch wert, sich damit zu beschäftigen. Inwiefern es dann wirklich wieder relevant ist, muss man halt nochmal gucken.“ –

Zweifel bleiben, zumindest bei mir. Ich finde, man kann sich die Sache mit der Bildung auch zu einfach machen. Open Source und Austausch über soziale Netze sind nicht für alles eine Lösung. Aber wo könnte man darüber besser streiten als hier?

Darrens wohl verdientes Bier

Abschluss des ersten Tages (Foto: patricklenz.net CC-NC-BY-NA)Samstagabend. Der erste Barcamp-Tag neigt sich dem Ende zu, mit einer Party. Hier treffe ich den Menschen, der so etwas ist wie die Seele des Barcamps an diesem Wochenende: Darren Cooper. Engländer, Entwickler, Geschäftsführer, Familienvater. Und im Augenblick einfach sehr, sehr glücklich, dass ein langer Tag erfolgreich zu Ende geht.

(962) (JE): „Aber jetzt, das Bier – wie schmeckt’s?“ – (DC) „Herrlich! Kühl und verdient.“ – „Was heißt das?“ – Dass ich um halb sechs aufgestanden bin; viel organisieren, viel machen.“

Das Barcamp-Team hat keinen Chef – aber Darren ist die treibende Kraft. Nach seinem ersten Barcamp war ihm klar: das muss es wieder geben – auch wenn sich die Organisatoren des ersten Camps bald verlaufen hatten.

(962) „Und dann habe ich gesagt, machen wir selbst eins. Mir war es wichtig, hier in der Region was aufzubauen, damit wir nicht immer nach München oder Berlin gehen müssen für die Barcamps, und deswegen ist das Barcamp Rhein-Main entstanden.“(Partyatmo)

Könnte man nicht jetzt aufhören, wenn’s am schönsten ist? Nein. Am zweiten Tag wird ein Barcamp erst richtig spannend.

Der zweite Tag

Sonntagmorgen ist es inzwischen und Sessionmaster Matthias Thürling bereitet sich auf die erneute Tagesplanung vor.

(965) „Also, ich denke, heute werden wir mehr Sessions sehen, die eher nochmal über Nacht entstanden sind, das sind aber meistens die, die wirklich auch besser sind. Von daher ist der zweite Tag meist ein wenig qualitativ hochwertiger – wenn auch ein bisschen spontaner.Weil’s interaktiver ist, weil viele Ideen hier auf dem Barcamp entstanden sind und man Themen, die man gestern gehört hat, auch nochmal weiter vorantreibt mit der eigenen Erfahrung.

Man könnte es so sagen: Am ersten Tag ist die Unkonferenz eine Wundertüte, am zweiten Tag wirklich eine Konferenz von der Community für die Community.

Am Ende zweier Tage

Darren Cooper (Foto: patricklenz.net CC-NC-BY-NA)Stichwort Wundertüte. Was habe ich nicht alles gehört und erlebt an diesem Wochenende – und noch mehr verpasst. Einige der Themen des Barcamp-Wochenendes: Ein Vortrag über Marketing bei Facebook. Eine Session, in denen Programmierer und Grafikdesigner ihre Vorurteile übereinander in eine Art Standup-Comedy umwandelten. Eine Session über Kommunalpolitik in Zeiten schwindender Bedeutung der Zeitungen. Das Nachdenken über digitale Angebote für Kinder von den beiden Mainzer Studenten Sonja und Jan. Gedanken über Internet für behinderte Menschen. Und technische Spezialitäten wie ein Vortrag über Datenbankperformance oder Architekturtemplates. Und jetzt, am späten Sonntagnachmittag, ist es Zeit für die Bilanz.

(971 Umfrage) „Ich finde, es war ne wunderbare Veranstaltung, man hat ganz viele Leute getroffen, Leute, die man teilweise nur aus seinen Twitter-Timelines kannte, in real getroffen, und das ist auch wichtig, dass man sich austauscht, was lernt, was mitnimmt und zusammenkommt. Es hat wirklich Spaß gemacht.“ — „Manches war auch schon bekannt, kam auf die Session an, aber man geht zufrieden nachhause.“ — „Ich hab versucht erwartungsfrei ranzugehen. Der Großteil der Sessions war interessant und hat mich weitergebracht, ein paar waren eher zäh.“ — „Ich geh zufrieden heim, der zweite Tag war besonders spannend – hat sich gelohnt.“

(974 3’18 Atmo) „Das war der Ende vom Barcamp 2010 in Darmstadt. Vielen Dank!“ (Langer Beifall)

Ein Barcamp, das ist Volkshochschule auf Adrenalin plus Nerds plus Netzkultur plus Netzwerken. Kurz vorher hat Darren Cooper noch gesagt: Barcamps, sind eine Brücke zwischen Netzkultur und dem, was er die „alte Welt“ nennt. Und er sagt: „Die denken, wir sind ein bisschen verrückt. Und sie haben Recht.“

(Bei wissen.hr-online.de gibt’s die Sendung zum Nachhören, bis dass die von den Politikern diktierte Verweildauer sie meuchelt.)

Nachträglich korrigiert: Beschreibung von Darren Cooper enthielt einen Fehler

Autor: Jan Eggers

Journalist. Teilzeituntergeek. Familienvater. Social-Media-Praktikant seit 2007. Sonst Multimedia beim Hessischen Rundfunk

5 Kommentare

  1. Cool, weil morgen um 8:30h ist auch nicht so meine Zeit. :)

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  4. Ich möchte etwas zu den Anwendungen für Kinder sagen. Es ist ja schön und gut, dass Kinder immer früher an den Computer heran geführt werden, doch das gute alte Schulbuch sollte ebenso nicht aussterben.

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