Jan Eggers

Das Interdings, soziale Medien, Journalismus und der ganze Rest.

Hallo Welt!

10. Juni 2016
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Twitter und Tweetdeck für Profis – die Liste

Wissen für Experten: Twitter ist so einfach – und hat doch eine Menge Möglichkeiten und Fallstricke, die man als Social-Media-Profi auf der Liste haben sollte. Dieser Liste. Sie liegt auf der goldenen Mitte zwischen Alltagswissen und Angeberwissen – damit man das Benötigte nachschlagen und das kleine Bisschen mehr finden kann. Hier auch als handliches PDF!

Dies ist Version 1.05 vom August 2016, unter CC-BY-Lizenz – in ehrfürchtiger Verneigung vor diesen Quellen:

Außerdem habe ich frech meinen 15-Minuten-Quellencheck verwertet.

Nun aber los. Weiterlesen →

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31. Mai 2016
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Unglaublich: Programmierer und Designer schlagen Redakteure!

Noch ein paar Wochen bis zum nächsten Hackathon für ARD und ZDF, und merkwürdigerweise sind noch nicht alle Plätze für Redakteure besetzt, während die Kontingente für Programmierer, Designer, UXer und anderes Codervolk in nullkommanix weg waren.

Menschen an Laptops - mit Bierflaschen und Skizzen an Whiteboards

Eindruck vom 2. ARD-ZDF-Hackathon im Juni 2015

Ich finde, das sollten wir Inhaltsarbeiter nicht auf uns sitzen lassen – zumal ich sowieso finde, dass es eine gute Idee ist für Journalisten im Digitalzeitalter, mal einen Hackathon besucht zu haben. Andererseits bin ich als Moderator natürlich parteiisch.

Also gut, nennen wir es Werbung, aber: ich steh‘ dazu. Also schnell beim 3. ARD-ZDF-Hackathon am 22./23.6. anmelden – Fortbildungsantrag genügt.

Christian Mutter (links) und Manuel Lorenz (rechts) von BILD: "Die Startfolie zeigt eigentlich alles, was man über Snapchat wissen muss!"

3. Mai 2016
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#mit16: Ein Tag in der Medienzukunft

Okay, es hat sich herausgestellt, das das Hashtag #mit16 nicht so supergünstig gewählt war:

Trolle hin, Trolle her – ursprünglich ging es nicht um Vergangenheit, sondern Zukunft; stand #mit16 mal für den Medieninnovationstag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM). Hier mit mittelviel Abstand ein paar Stichwörter, die bei mir hängen geblieben sind. Weiterlesen →

23. Februar 2016
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Und heute schreiben sie Facebook-Posts…

Fundstück: Vor 20 Jahren von einer guten Freundin aus dem Posteingang einer internationalen Organisation gefischt und dann vergessen, weil bei aller Schrägheit ziemlich beunruhigend. Und heute kommt mir dieser Stil nur allzu vertraut vor. Was Helmut Markwort und Vera Int-Veen dazu zu sagen hätten, konnte ich bis jetzt leider nicht herausfinden. Enjoy. 

  
Volltext:

Cologne 19.9.1996

Hey operatoresses and operators!

Let me talk about injecting male dealer brain in womens.I think such uncool acts are done up to yet.Every human being has paranoia of getting injected now the brain in another body of some more stupid human being.I think Claudia Schiffer and Cindy Crawford are stupid.

We call these grow machine human beings synthos.And further I myself do not want to goe to the Andromeda Galaxy for NASA or anybody else in a small satellite.You know,Mila and Nadja Vandemar you can ask about my plans and they might tell you the truth about humans brains and humans paranoia of getting syringed in.Now let me tell you about mushroom Laser weapon.I think you pick mushrooms worldwide and instead of giving it to the red indian aboriginal of america you put it in your laser weapon.Doe youthink that is right,Maybe you use poisonus mushrooms because you do not know the mushroom world exact.So,my wash is that you only inject brains that want this.Further I wish that you let mushrooms grow in the nature because they are important for ecological balance of nature.Ask Helmut Markwort from Focus newspaper or Vera Veth-Inn from SAT1 Television in Germany what they thank about these evil plans.Punish some hummn pigs that put dangerous chemical poisons ore tumors or vires in the nature at nlght.Punish older Nazischweine-Rentner and Rentnerrinnen that want to make up the big Adolf Hitler.Work together with INTERPOL more.Believe in the good of humanity and in the interest of humanity you should tell truth.Bye ,bye…. •.

Yours Truly Mr. (…)

21. Januar 2016
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Spass mit Hass!

"I love Haters!" CC BY-NC-SA Erik Gustafson/via flickr.com

„I love Haters!“ CC BY-NC-SA Erik Gustafson/via flickr.com

Ein guter Vorsatz für 2016: in diesem Jahr den ersten Rhein-Main-Troll-Poetry-Slam mitorganisieren. Ich bin ja immer schon ein großer Freund von Veranstaltungen, die einem helfen, das Elend wegzulachen. Und wenn man sich mit Kommentaren bei Facebook, Youtube und Twitter beschäftigt, gäbe es weiß Gott eine Menge wegzulachen derzeit. Sascha Lobo hat dazu gerade alles gesagt, und in mir wächst die Überzeugung, dass die alte „Don’t feed the troll“-Regel – aggressive Kommentare gar nicht ignorieren – nicht mehr funktioniert. Dafür sind einfach zu viele unterwegs, die eine klare Agenda haben: Sie wollen uns, unsere Diskussionen, missbrauchen, um ihre Botschaften zu streuen. Und ich finde, wir dürfen ihnen nicht kampflos das Feld überlassen. Wir müssen gegenhalten – mit Gegenrede, dem „Verbergen“-Button, und ab und zu mit Sarkasmus bis hin zur öffentlichen Anprangerung von Propagandisten.

Schwarze Rhetorik für Spielkinder

Ist „Public Shaming“ – ist das öffentliche Anprangern von Faslern, Polterern und Pöblern a la Welt – nicht unfair? Muss man nicht auch aggressiven Nutzern mit Gleichmut und Sachlichkeit begegnen? Ein Gespräch setzt voraus, dass der andere Recht haben könnte, hat der Philosoph Hans-Georg Gadamer mal gesagt. Also: Im Prinzip ja, wenn der andere überhaupt gesprächsbereit ist (vergleiche den „Trolldetektor“).

Wer sich aber in Diskussionen einlässt mit Leuten, die in ihrer geschlossenen Welt leben und weiter leben wollen, oder die unsere Seite als Bühne missbrauchen wollen, der verhält sich wie jemand, der in einer Kneipenschlägerei mit einem aggressiven Säufer unbedingt nach den Queensberry-Regeln boxen will.

Auf der anderen Seite will man ja nicht, dass die Abgründe, in die man da manchmal starrt, in einen selbst hineinblicken. Ein Mittel zur Selbstverteidigung ist also gesucht – und da habe ich durch Zufall ein sehr schönes Werkzeug gefunden, mit dem man auch noch etwas lernen kann: das Rhetorische Quartett. Ein wunderbar aufgemachtes Kartenspiel, dessen Macher die diversen Klassiker ausgewertet haben – und die häufigsten rhetorischen Tricks auf 60 schön gestaltete Spielkarten gepackt.

Drei Aktionskarten des Rhetorischen Quartetts: Verallgemeinerung, Suggestion, Falsches Dilemma

Scheinargumente, Ablenkungsmanöver und schlecht gestützte Behauptungen – das sind einige der Waffen, die die Propagandisten und Störer immer wieder einsetzen, in der (häufig) berechtigten Hoffnung, uns damit so sehr zu beschäftigen, dass wir sie gewähren lassen. Nicht mehr: denn jetzt zeigen wir ihnen die Karte.

Das Wunderbare am Rhetorischen Quartett: die Karten stehen unter CC BY-NC – und sie sind alle direkt verlinkbar (wenn auch in einer etwas älteren Version). Anstatt mir gegen die Aluhüte den Mund fusselig zu reden – gedenke des 1. Linuziferschen Trollgesetzes: wer zu viel Worte braucht, verliert – verlinke ich einfach auf den Trick, mit dem sie versuchen, die Diskussion an sich zu reißen.

Etwa so:

…gegen das „Wer so anfängt, den braucht man gar nicht zu lesen“-Argument:

https://twitter.com/MerkelMussGehen/status/689828969672241152

-> Verlinkung auf A4: Ablenkungsmanöver/Meta. Boshaftigkeit 5, Themenbezug 1, Sachlichkeit 4, Überzeugung 2.

…gegen das Hörensagen-Argument:

"Man du Depp es kostete 40-50 Milliarden in 2015 und wird dieses Jahr 60-70 Milliarden kosten was alles an Aufwand zusätzlich entsteht. Dies wird dir in Form von Steuern, weniger Infrastruktur, usw. wieder rausgesaugt."

(Originalquelle hinter dem Bild verlinkt)

-> B1:Hörensagen. Boshaftigkeit 3, Themenbezug 5, Sachlichkeit 2, Überzeugung 4.

…gegen Neidargumente:

"Unglaublich, da wird mal wieder am falschen End gespart. Die sollten besser erstmal bei den Dienstwagen sparen."

(Es ging um fehlende PC an einer Offenbacher Schule; Originalquelle hinter dem Bild verlinkt)

-> E4: Missgunst. Boshaftigkeit 4, Themenbezug 2, Sachlichkeit 1, Überzeugung 3.

…gegen Angriffe auf die Person:

"Noch so ein dummer Beifallklatscher."

(Originalquelle hinter dem Bild verlinkt)

-> C4: Ad Hominem. Boshaftigkeit 5, Themenbezug 1, Sachlichkeit 5, Überzeugung 3. (Und eigentlich ein unstrittiger Fall für eine Löschung: Beleidigungen sollten schon gar nicht stehen bleiben.)

Gegen das klassische „Derailing“…

"Die Flüchtline bekommen unser Geld in den Ar.... gesteckt und wir sollen alles zahlen ! Armes Deutschland !!!"

(Der Beitrag hatte kommunale Erschließungskosten zum Thema; Quelle hinter dem Bild verlinkt)

…also den Versuch, eine Diskussion in eine ganz andere Richtung zu quälen, gibt es leider keine Karte. Vielleicht am ehesten noch die hier: N1 Deutungshoheit; Bosartigkeit 3, Themenbezug 1, Sachlichkeit 2, Überzeugung 3.

Glanz und Elend

Alle rhetorischen Tricks des "Rhetorischen Quartetts" als ÜberblicksposterPerfekt ist das „Rhetorische Quartett“ nicht, zumindest nicht aus Sicht des Kommentarmoderators. Neben der „Derailing“-Karte fehlt mir vor allem die „Trollkarte“ für die absichtliche, anlasslose Provokation – und es sind, ganz ehrlich, dann doch ziemlich viele Karten, wenn man den Überblick bewahren will. Um schnell die unredlichen Kniffe in einer Diskussion zu identifizieren, ist das Überblicksposter besser, das die Macher auch anbieten. Ebenso schön gestaltet, und ebenso unterhaltsam und lehrreich.

Sehr hübsch ist auch die Variante als Bingo. Man zieht vier Karten, begibt sich in den Kommentarstrang eines beliebigen Flüchtlings-/Impf-/Gamergate-Posts und sucht. Der/die erste, der/die alle gezogenen Tricks nachweisen kann, gewinnt. Ein kluger Kollege von mir hat mal gesagt, Facebook-Kommentare solle man nur lesen, wenn man dafür bezahlt wird – so hat man wenigstens Spaß dabei. (Wenn ich dazu komme, mache ich mal ein Kommentarspalten-Spiel draus.)

Und was soll das bringen?

Wir wissen: es bringt nichts. Menschen, die sich in ihrer Meinung und ihrer jeweiligen Filterblase respektive Echokammer verpanzert haben, sind nicht zu erreichen – dafür sorgen ein paar fatale psychologische Mechanismen:

Die Aluhüte, Werwölfe und Lügennetzer werden wir nicht bekehren oder zum Nachdenken bringen – was dafür spricht, den Aufwand zu begrenzen – aber wenn wir ihnen das Feld überlassen, wirkt es sich ebenso fatal aus. Wissenschaftlich erwiesen: Negative Kommentare setzen den Ton – und sie beschädigen die Glaubwürdigkeit auch ansonsten makelloser Inhalte. Also müssen wir gegenhalten.

Our house, our rules.