Jan Eggers

Das Interdings, soziale Medien, Journalismus und der ganze Rest.

23. Juni 2014
von Jan Eggers
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Die schlechteste Art, 50 Euro auszugeben

Facebook-Werbung für einen Beitrag in unserem Blog: bringt Traffic, geht aber am eigentlichen Ziel vorbei. Bilanz eines Versuchs zu Lehrzwecken. 

Brennender Dollar. CC-BY images_of_money

CC-BY Images_of_money/via flickr.com

Es war Halbzeit: Buzzy, unser kleines Experiment in praktischem Community Management, war nach den ersten vier Tagen schon ganz gut angelaufen. Das erste Wochenende lag hinter dem den 8 Volontärinnen und Volontäre des hr, die den Auftrag hatten ein Buzzfeed-artiges Angebot aufzuziehen, um praktische Erfahrungen zu sammeln: im Umgang mit Kommentatoren, Fans und Trollen, und darin, wie man Inhalte auf Social-Media-Verbreitung hin optimiert. (Mehr dazu habe ich hier geschrieben.) Buzzy-Logo 100x100Bekommt man in einer Woche eine Community ins Laufen? Im Normalfall nicht. Also haben wir uns überlegt, zu schummeln – und unsere Seite mit gekaufter Aufmerksamkeit zu pushen. Sprich: mit Online-Werbung. Den zu Recht gebührensensiblen Lesern darf ich versichern, dass für dieses Experiment kein einziger Beitragseuro verletzt wurde – unser exorbitantes Werbebudget von 50 Euro verdankte sich der privaten Großspende eines Seminarleiters.

Gut gezielt…

Eine kurze strategische Analyse brachte uns zu diesen Überlegungen:

  • Von den verschiedenen Plattformen, auf die wir Buzzy gebracht hatten – Blog, Twitter, Youtube, Instagram, Facebook – , entwickelte sich Facebook aus einer Reihe von Gründen am besten.
  • Es ist also klug, sich auf diese Plattform zu konzentrieren – die anderen kann man, wenn man eine Basis hat, nachziehen.
  • Primärziel also: Facebook-Fans gewinnen.
  • Sekundärziel: Traffic auf die Stammseite ziehen.

Die Volos überlegten sich außerdem, die Werbung eventbasiert zu schalten – also: sich ein Event zu suchen, das in unserer Zielgruppe in aller Munde ist und dazu unserer potenziellen Klientel einen Buzzy-Inhalt zu servieren. (Diese Zielgruppe hatten wir mit Hilfe von vier Personas umrissen: Twentysomethings, netzaffin, gebildet, unterhaltungsorientiert, eher urban.) Ein Ereignis, das sich gut dazu eignete, gab’s auch – den Start der ARD-Version des Quizduells am 12. Mai. Wozu Buzzy eine Batterie von halb ernst gemeinten Quizduell-Tipps vorbereitet hatte – mit den passenden AniGifs. Das musste doch klappen!

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7. Mai 2014
von Jan Eggers
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Der Grund, warum ich diesmal nicht auf die re:publica fahre. Ich glaube, es ist für eine gute Sache.

Zugegeben: Ich hätte auf Anhieb mindestens fünf Sessions gefunden, für die ich sofort! die Liebe meines Lebens und meine unmündigen Kleinkinder stehen lassen hätte, um nach Berlin zu fahren. Aber das wird in diesem Jahr nicht passieren.

Looking for (Digital) Freedom: The Hoff auf der re:publica 14. Foto CC BY-SA  republica/Gregor Fischer

Looking for (Digital) Freedom: The Hoff auf der re:publica 14. Foto CC BY-SA republica/Gregor Fischer

Der Grund ist, dass ich mit acht jungen hr-Journalistinnen und -Journalisten an Buzzy schraube. Buzzy hat den #rp14-Eröffnungsabend aufs Wesentliche reduziert und produziert auch sonst feinste Klickschindereien wie “7 Amazon-Bewertungen, die dich an der Menschheit zweifeln lassen“, oder “Wenn du ohne diese 8 Dinge aufgewachsen bist, hattest du keine Kindheit“.

Müssen die jetzt bei den Öffentlich-Rechtlichen auch noch auf Buzzfeed machen? Von meinen Gebühren? Nun: unsere öffentlich-rechtlichen Kollegen in Belgien haben darauf mit “Ja” geantwortet und haben sehr gute Gründe dafür. Aber darum geht es uns mit Buzzy gar nicht. Buzzy ist ein Übungsprojekt, mit dem die Volos etwas erwerben sollen, das bisher eher nicht zur Journalisten-Ausbildung gehört: Praktische Erfahrungen im Social-Media-Journalismus und im Community Management.

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15. April 2014
von Jan Eggers
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Das öffentlich-rechtliche Startup

Elefanten können nicht von Mäusen lernen, wie man tanzt. Große Medienkonzerne können nicht von Silicon-Valley-Startups abschauen, wie man beweglich und innovativ wird. Oder doch? Dem öffentlich-rechtlichen VRT in Belgien scheint diese Haltungsturnübung zu gelingen – und so etwas zu schaffen, was öffentlich-rechtliche Sendern nur selten gelingt: eine verlorene Generation wenigstens ab und zu zu erreichen.

Tanzender Elefant - CC BY-NC Mister Kha/via flickr.com

Tanzender Elefant – CC BY-NC Mister Kha/via flickr.com

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6. Februar 2014
von Jan Eggers
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Das wichtigste Video, das Radiomacher in diesem Jahr zu sehen bekommen

Radio hat kein Problem? Radio bekommt ein Problem. Das Problem mit dem Radio heutzutage ist, dass es uns von unserer wahren Liebe fernhalten will:

Mobiltelefone sind für 26% der erwachsenen US-Amerikaner unverzichtbar, Sex für nur 20%.

Mobiltelefone wichtiger als Sex – diese verrückten Amerikaner… (Bild: Statista)

Nicht nur junge US-Amerikaner haben eine Liebesbeziehung zu ihrem Smartphone, das trifft auf die meisten jungen Mediennutzer auf diesem Planeten zu. Der BBC-Radio-1-Wellenchef Ben Cooper hat das begriffen. Und damit hat er auch ausgemacht, was seine größte Aufgabe ist: Wie bleibe ich als Radiomacher für die “Generation Kopf-nach-unten” relevant?

Mit keinem Gerät verbringen wir so viel Zeit wie mit unserem Smartphone, sagt Ben Coooper. “Wir reden mit unserem Telefon öfter als mit unserem Partner, wahrscheinlich berühren wir es sogar häufiger als unseren Partner!” sagt er seinen Zuhörern, den Besuchern einer Social-Media-Veranstaltung des BBC College of Journalism im vergangenen Oktober, und da das BBC College of Journalism öffentlich arbeitet (ein Ansatz übrigens, an dem sich meiner unmaßgeblichen Meinung nach auch wir kontinentalen Öffentlich-Rechtlichen ein paar dicke Scheiben abschneiden könnten),  können sich Radiomacher in aller Welt anschauen, wie die BBC dieses Problem nun angeht: relevant bleiben für die Mobile Natives.

Es ist das, meine ich, das zurzeit wichtigste Video für Radiomacher. Must-See Internets.
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