Nachklapp: Monitoring-Fundstücke

Als Folge aus meinem letzten Artikel mit dem Social-Media-Monitoring-Eigenbau bin ich noch auf zwei nützliche Links hingewiesen worden: Das eine ist ein neues Wiki zur Social-Media-Suche: medienbewachen.de. Nun halte ich von Gesamtübersichten nicht viel, schon gar nicht bei Social Media Tools, aber eins hat das Wiki schon mal gebracht – es hat mich auf seinen Betreiber Twingly aufmerksam gemacht.

Mit Twingly kann ich ein Loch in meiner selbstgebastelten Pipe stopfen: Twingly bietet nämlich eine Blogsuche, die einen wohl geformten RSS-Strom ausspuckt und deshalb als Quelle für meine handgestrickte Suche dienen kann – tschüss Icerocket, Du Zicke. Über die Qualität der Treffer kann ich noch nichts sagen, aber da es Twingly auch schon eine Weile gibt, gebe ich Vorschusslorbeeren.

Noch ein weiteres Fundstück: Auf die Magisterarbeit der Monitoring-Expertin Stefanie Aßmann hatte ich schon hingewiesen. Inzwischen ist sie beim Monitoring-Anbieter Vico gelandet, bloggt aber fröhlich weiter – als Einstiegsdroge empfehle ich ihren Beitrag zur Facebook-Suchmaschine Booshaka.

Eine weitere der von mir so geliebten mehrwertarmen Monitoring-Marktübersichten hat sie auch.

Ohren fürs Soziale Netz: Brand Monitor im Eigenbau (Neuauflage)

Wachturm mit Kamera und Fenster-Augen
Listening... CC BY-NC-ND Michael Banabila (via flickr)

Hören, was sich tut im Sozialen Internet: Social Media Monitoring ist inzwischen zum lukrativen Geschäft geworden. Eine große Zahl von Anbietern verspricht, bei der Beobachtung des Sozialen Netzes zu helfen; verspricht, Augen und Ohren zu liefern für den Blick aufs aus Markensicht Wesentliche. Dass ein Blick auf einige dieser Angebote bei mir eine gewisse Ernüchterung ausgelöst hat, habe ich erwähnt [siehe: „Rostige Instrumente – Social Media Monitoring wird tückisch“]; nun wird es Zeit, sich an die versprochene Eigenbau-Alternative zu wagen – ein Jahr nach dem ersten Anlauf für meinen Social-Media-Werkzeugkasten.

Um es aber klar zu sagen: Ein professionelles Monitoring-Tool ersetzt ein solcher Eigenbau nicht – das ist auch nicht der Anspruch. Aber er liefert wenigstens die Messlatte, an der man solche Tools messen kann. Und für den Hausgebrauch eine kostengünstige Alternative.

Also: Schritt für Schritt – nach dem Klick.

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Rostige Instrumente – Social Media Monitoring wird tückisch

Eine kleine Jürgserei sei erlaubt: Tempus fugit, besonders im Netz. Ein Netzjahr sind sieben Hundejahre (oder so); was man sich gestern in den Social-Media-Werkzeugkasten gelegt hat, ist heute schon wieder veraltet – einige der Dinge, die ich noch im Januar zu meinem kleinen Besteck gelegt hatte, funktionieren nicht mehr – wie zum Beispiel der inzwischen von Twitter geschluckte Resonanzmonitor backtweets.com.

Auch meine geliebten Yahoo Pipes, die zum Eigenbau von durchaus ausgefuchsten Suchwerkzeugen zu taugen pflegten, stoßen auf unerwartete Schwierigkeiten: Eine Seite wie die Blogsuchmaschine Icerocket erlaubt mir zwar noch, RSS-Feeds abzurufen – aber anders als noch vor einigen Monaten kann Yahoo Pipes sie nicht verstehen. Was ich gerade schmerzhaft beim Zusammenbau einer Demo-Pipe zum Social Media Monitoring für den Hausgebrauch merke.

Das ist um so bedauerlicher, als ich gerade feststellen muss, dass Anbieter von kommerziellen Monitoring-Lösungen auch nur mit Wasser kochen. Die technische Basis ist erschreckend hölzern: Im Prinzip suchen sie in einer bestimmten Anzahl von Quellen nach einer bestimmten Anzahl von Stichworten, verfeinert allenfalls durch etwas boolsche Algebra. Fortgeschrittenere Techniken wie semantische Analyse sind die Ausnahme, und die automatisierte Stimmungsanalyse klappt ohnehin nicht richtig, schon gar nicht auf Deutsch. Eine gewisse Ernüchterung über die automatisierten Tools zur Beobachtung des Sozialen Internet habe ich auch bei vielen Social-Media-Fachleuten herausgehört.

Was unter dem Strich für mich heißt, das Bastellösungen immer noch ihre Berechtigung haben – zumindest als Messlatte, die man an kommerziellen Lösungen anlegt. Man allerdings mit dem Risiko leben muss, dass sie eines Morgens nicht mehr läuft – und man dann praktisch blind und taub ist.

(Eine Bastellösung im Eigenbau gibt’s im nächsten Post.)