Jan Eggers

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Wenn der Koch seinen Löffel nicht kennt – Quellencheck-Tipps jetzt mit CC-Lizenz

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Ich habe mir wirklich nichts dabei gedacht, als ich in meinem Twitter-Workshop Dokumente nicht nur verteilt habe, sondern – natürlich – auch getwittert.  In diesem Workshop mit Kollegen aus der Nachrichtenredaktion haben wir über den Umgang mit Twitter- und sonstigen Netzquellen diskutiert. Nun haben Online-Redakteure zwar in der Regel ein ganz gutes Gefühl für den Umgang mit zweifelhaften Quellen – Ausnahmen bestätigen die Regel – aber etwas Systematik kann ja nie schaden.

Angestoßen von einem Konzept von Marcus Lindemann hatte ich für ein anderes Training schon mal einen Handout mit einem “15-Minuten-Quellencheck” vorbereitet – der passte perfekt, also habe ich den in meine Dropbox geworfen und per Twitter an die Workshop-Teilnehmer weitergegeben:

@JanEggers: Tipps zum Quellencheck: #hrtw http://dl.dropbox.com/u/17606736/Twitterworkshop/15-Minuten-Check.pdf

Und so peinlich es für den hauptamtlichen Social Media Manager ist: ich habe schlicht nicht daran gedacht, dass das jemand anderen interessieren könnte – aber so war es: Der Link wurde eifrig retweetet. (Danke @st_armbruster, @dennishorn, @huwendiek und viele andere!)

Hätte ich daran aber gedacht, hätte ich das Dokument um ein paar sprachliche Ecken und Kanten bereinigt, mit einer ordentlichen CC BY-SA-Lizenz versehen und auf meinem Server hinterlegt – was ich jetzt nachgeholt habe [PDF-Download]. Vielleicht kommt ja auf diesem Weg noch der eine oder andere Verbesserungsvorschlag zu mir.

re: Faktencheck…

Der ehrwürdige Beruf des Faktencheckers bekommt neuen Schwung: Der Standard hat in einem Artikel zusammengefasst, wie Crowdsourcing-Plattformen zur Konkurrenz und zu Partnern der traditionellen Dokumentare und Faktenchecker erwachsen – und erwähnt dabei leuchtend Vorbilder wie das “Truth-O-Meter” im Verein mit reinen Konzepten wie Corrigo. Für diejenigen unter uns, die weder über eine entsprechende Plattform noch über eine Dokumentationsabteilung gebieten können: Der “Journalist“-Artikel von Marcus Lindemann über die 10 großen Fallen beim Faktenchecken ist es wert, dass man sich ihn hinter den Schminkspiegel klemmt.

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Autor: Jan Eggers

9-02-2012 um 16:20

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Warum ich nicht mehr wandelte auf dem Path der Gerechten

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Auch wenn Path gerade immer noch die Belle du Jour in den Social-Media-Salons ist: ich werde das Netz und alle seine Apps wieder von meinen Geräten verbannen. Und in die Ecke zu Quora und den anderen alten Spielzeugen stellen. Und trotzdem habe ich etwas Wichtiges von Path gelernt, aber dazu später mehr.

Die Vorgeschichte: Path versprach mir, wieder einmal, ein leichteres Leben ohne #socialmüdia.  “Keine Sau will mehr zu Facebook, da ist es inzwischen zu voll”, hatte Techcrunch-Gründer Michael Arrington gepoltert (und nur wenige hatten im aufbrandenden Beifall bescheiden darauf hingewiesen, dass der Mann als Investor ja seine unkeuschen Interessen an Path hat).

Elegant beschränkt – oder kastriert?

Path-Screenshot vom Android-Handy: Man benutzt das Netzwerk, wie man ein Telefon benutztDie Eleganz liegt bei Path in der Reduktion aufs Wesentliche, und das heißt zuerst einmal: Die Anzahl der möglichen Kontakte ist auf 150 beschränkt – auf die “Dunbar-Zahl” also; jene angebliche Obergrenze für die Größe von Gruppen, ab der unser Gehirn den Überblick verliert. Reduce to the max – auch beim persönlichen Netzwerk.

Leider läuft das bei mir komplett ins Leere – ich begegne bei Path nicht meinem engsten, höchstpersönlichen Umfeld, also den wichtigsten 150 Menschen in meinem Leben, sondern demselben Netzvolk wie bei Google+ und Twitter. Die nun wieder sehr aktiv sind – und da Path die unangenehme Eigenschaft hat, seine eigenen Mitteilungen für äußerst wichtig zu halten und per Voreinstellung in die Benachrichtigungen meiner Mobilgeräte zu schießen, setzen nun die zahlreichen Stationen des ebenso regen wie geschätzten Kollegen @roquane den Gebrauchswert von Pad und Phon massiv herab.

Nebenbei halte ich das Konzept für fragwürdig. Dunbar schön und gut, aber der Ansatz spricht dem anderen Säulenheiligen der Social-Media-Soziologie hohn: dem ollen Mark Granovetter, der ja herausgefunden hat, dass es gerade die nicht so dolle engen Freunde sind, mit denen man sich nutzbringend vernetzt. Wurde ja von interessierter Seite gerade mit Befunden unterlegt. Vom eben so ollen Metcalfe und seinen drögen Überlegungen zum Nutzen eines Netzwerks, der mit der Anzahl der Nutzer steigt, mal geschwiegen. Mir drängt sich der Verdacht auf: Die Dunbar-Zahl ist eine bequeme Rechtfertigung, um sich nicht mit der Frage herumärgern zu müssen, wie man denn das wirkliche Leben am besten in einem sozialen Netz abbildet – mit all seinen abgestuften Netzwerken, Gruppen, Vereinen, Kreisen, Listen oder wie auch immer man die Dinger nennen mag.

Die mobile Essenz

Und doch sollte man sich Path unbedingt angesehen haben – die Eleganz und Konsequenz, mit der das Netz nutzbar ist, ist aller Ehren wert. Das liegt daran, dass Path ohne Wenn und Aber auf mobile Nutzung zugeschnitten ist. Man nutzt Path so selbstverständlich, wie man ein Telefon nutzt – das Smartphone wird auf einmal zum selbstverständlichsten Tagebuch des eigenen Weges. Es gibt noch nicht einmal mehr einen  Webzugang für Desktop-Nutzung. Und wer einmal Path genutzt hat, kommt nun wirklich nicht mehr in Versuchung, sich mit Foursquare abzumühen – es sei denn, man ist wirklich sehr scharf auf die virtuellen Pokale.

Die Path-Macher haben eine aktuelle Erkenntnis konsequent umgesetzt: Social Media 2012 ist mobil – und damit auch immer ortsbezogen. Und auch wenn mich das Konzept insgesamt nicht überzeugt: dieses Gestaltungsprinzip wird uns bleiben.

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Autor: Jan Eggers

25-01-2012 um 10:30

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#socialmedia #klugscheisser: Ein Storify-Rant

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Autor: Jan Eggers

24-01-2012 um 16:05

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Quora, revisited

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Januar 2011:

Google Insights zeigt: Das Interesse an Quora steigt im Januar 2011 sprunghaft an

Januar 2012:

Google Insights für den Suchbegriff Quora: Abflauendes Interesse 2012

Hoffnungsvoll gestartet, hart gelandet: Die “Insights”-Statistik von Google zeigt, dass Quora wohl nicht Fuß fassen kann. Die Frage-Antwort-Community hat bei ihrem Start vor einem Jahr eine ziemliche Welle gemacht, teils wegen ihres ziemlich schlemihlhaften Starts (“Hey, du! Willst du ein Invite? Pssssst… genau!”), teils aber auch wegen der spannenden Mischung aus sozialem Netzwerk und Wissensplattform. Ich war ja damals auch recht angetan – muss aber zugeben:

  • Ich bin so gut wie nie auf der Plattform – alle paar Monate folge ich mal den Bekannten, die mich inzwischen dort entdeckt haben, aber auch nur alle paar Monate da zu sein scheinen.
  • Ein paarmal habe ich Quora versucht, zur Beantwortung einer drängenden Frage zu nutzen – bin aber stets gescheitert. Hängt auch damit zusammen, dass die Plattform dann doch eher Meinungsbeiträge bietet als Wissen.

Was lehrt uns das? Wieder mal: Don’t believe the hype.

Ich schreibe das hier alles übrigens zusammen, weil ich eigentlich ein wenig über Path bloggen wollte.

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Autor: Jan Eggers

11-01-2012 um 12:22

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“Das ist hier nicht Facebook!”

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Das hier fand ich toll: Ein Begrüßungstext für Google+-Neulinge von DeAno Jackson, von Alexander Schnapper entdeckt. Und weil ich immer schon mal selbst eine kleine Einführung für G+ schreiben wollte, habe ich einfach frech eine sehr freie Übertragung des englischen Originals angefertigt. (Nachtrag: Und DeAno hat mir netterweise die Erlaubnis dafür gegeben.) Enjoy.

Es ist mir in den vergangenen Wochen nicht verborgen geblieben, dass eine ganze Reihe Menschen von Facebook hierher umgezogen ist – was klasse ist! Willkommen, alle zusammen! Damit ihr euch hier wohlfühlt, möchte ich euch helfen: ich möchte euch erklären, was G+ ist – und, wichtiger: was es nicht ist.

Ich fange mit letzterem an. Wie ihr aus meiner Überschrift erraten habt, ist das hier nicht Facebook. Was ich damit meine: Google+ ist nicht der Platz, an den man kommt, um sich mit alten Freunden zu vernetzen, mit Leuten, die man irgendwann mal zu Schulzeiten kennengelernt hat (und die einem damals schon am Arsch vorbei gingen), oder mit Typen, mit denen man an der Uni abhing. Im Allgemeinen sind diese Menschen nicht hier. Sie sind bei Facebook, und das trotz der Tatsache, dass Zuckerburg (sic) und seine Firma regelmäßig ihre Privatsphäre verletzen, dass sie annehmen, man selbst könne keine Entscheidungen treffen (EdgeRank), und dass sie eine allgemeine Verachtung für alles an den Tag legen, was man von dem Dienst wollen könnte (außer, man ist Werbetreibender). Diese Menschen fühlen sich trotzdem wohl hier. Sie gehen nirgendwo anders hin.

Wenn ihr hierher gekommen seid und versucht, diese Leute zu finden, vielleicht tatsächlich ein paar findet, ein paar Posts absetzt und kein Feedback bekommt, dann geht ihr wahrscheinlich direkt zurück zu Facebook und beschwert euch dort, dass G+ laaangweilig ist.

Leider ist euch dann entgangen, worum es bei Google+ geht. Um es so einfach wie möglich auf den Punkt zu bringen: Facebook ist da, wo man mit alten Freunden in Kontakt bleibt. Google+ ist da, wo man neue Freunde findet.

Die Google+-Suchleiste

Seht ihr die Suchleiste oben auf eurem Bildschirm? Anders als bei der Seite, auf der ihr sonst so eure Zeit verbringt, ist die hier tatsächlich nützlich. Interessiert an Poetry Slams? Eine kurze Suche da oben sagt euch, wer dieses Interesse teilt. Fotographie? Kein Ding. Harry Potter? Twilight? True Blood? Töpfern? Es ist alles hier.

Sucht euch ein paar dieser Menschen aus, die eure Interessen teilen. Fügt sie zu euren Kreisen hinzu. Tauscht euch mit ihnen aus. Postet hier über die Dinge, die euch interessieren. Je häufiger ihr das tut, desto mehr werdet ihr erleben, wo G+ brilliert und warum es Dinge leistet, die kein anderes Netzwerk vorher so gut konnte.

Und verdammt: füllt eure Profile aus! Das kann ich wirklich nicht genug betonen. Wenn ihr jemanden zu einem eurer Kreise hinzufügt, wird der- oder diejenige wahrscheinlich erst mal euer Profil anschauen. (Ich mache das jedenfalls immer.) Wenn dann da nichts darüber steht, warum sie ihrerseits euch zu ihren Kreisen hinzufügen sollten, dann werden sie es wahrscheinlich nicht tun. Mal ehrlich: so lang dauert es doch nicht, um ein paar Zeilen darüber zu tippen, wer ihr seid und wofür ihr euch interessiert. Wenn ihr wollt, nehmt ruhig mein Profil als Beispiel – wer sich das anschaut, weiß ziemlich genau, worum es mir geht, ohne sich einen einzigen meiner Posts anschauen zu müssen.

Oh: und keine Angst davor, einen Post von jemandem zu kommentieren, den ihr nicht kennt. Die Leute haben einen guten Grund, öffentliche Posts zu verfassen, und zwar den Austausch mit so vielen Menschen wie möglich anzustoßen.

Lasst mich ein paar Beispiele aufführen für Menschen, die ihr als Einstieg zu euren Kreisen hinzufügen solltet: +Natalie Villalobos ist gesetzt, sie ist ein Community-Manager hier bei G+ und hält euch immer auf dem Laufenden über coole Dinge, die hier passieren. [Ihr deutscher Kollege +Stefan Keuchel ist für uns hier in good old Germany ein Muss, meint der Übersetzer, auch Netzpersönlichkeiten wie +Mario Sixtus und +Richard Gutjahr, und wer unbedingt will, kann natürlich auch mit +Sascha Lobo debattieren.] +Daria Musk ist eine andere Persönlichkeit, die man im Blick behalten sollte, sie ist gewissermaßen die offizielle Google+-Liedermacherin.

Je mehr ihr hier unterwegs seid, desto mehr werdet ihr Menschen kennen lernen, die ihr interessant findet und die ihr hinzufügen wollt. Je mehr ihr mit ihnen kommuniziert, desto mehr Spaß werdet ihr haben.

Ach, eins noch: kann nicht glauben, dass ich das vergessen habe. FRAG NIEMALS: „WIE KANN ICH JEMANDEM AN DIE PINNWAND SCHREIBEN?“ Es gibt hier keine Pinnwand. Das ist nicht Facebook. Lasst diese Mentalität hinter euch. Ihr könnt niemandem etwas auf die Seite posten. Wenn ihr wollt, dass jemand einen Post bemerkt, erwähnt sie darin (mit einem Plus vor dem Namen, wie in +Jan Eggers), und sie bekommen eine Mitteilung darüber.

Soweit wär’s das – also nochmal: willkommen bei Google+, und wir sehen uns!

Noch ein Nachtrag:

  • Kleine nützliche Ergänzung von der Opalkatze: dieser sehr prägnante  G+-Merkzettel von Anatol Stefanowitsch. Kostprobe: “Wenn du ein Social-Media-Berater oder ein Anbieter absurder Get-Rich-Quick-Methoden bist, geh bitte, bitte weg und komme nie wieder. Außer du bist eigentlich ein interessanter Mensch, und Social-Media-Beratung oder Trickbetrug sind nur deine Nebenbeschäftigung.”

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Autor: Jan Eggers

3-01-2012 um 12:06

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