Hat es wirklichen Wandel je gegeben?

Pflichtprogramm für alle, die mit dem digitalen Wandel und Medien zu tun haben: dieser kurze Vortrag von Wolfgang Blau. Stichworte unten darunter dienen dazu, die entsprechenden Stellen wiederzufinden.

„Has change ever happened?“

Classic four sectors of cultural change management:

  • Overcoming silos
  • Digital skills – constant retraining
  • Testing and releasing products – iteration, design thinking etc.
  • Relation to the users

Another theme is emerging:

  • We are constantly 6 months behind –  a must-have, not an advantage
  • Too many options – challenge of prioritization

Real strategy contains of 50% of things you don’t do or stop doing

Crucial question: Which business are we actually in? Different people in the company will bring up different answers – but you have to select one path to gain a competitive edge.

Technological change – Railway analogy. Next to rational arguments – is going to damage local business, spread illness and radical ideas and crime –  “Cultural jetlag”: the mind is not yet prepared to process the new signals.

“Integration, change, are highly manipulative words.”

Four key insights:

  • Spend as much time to understand the existing culture
  • Don’t overestimate how much a culture can really change
  • Ruthlessly discern between tactics and strategy
  • Watch your language – be really succinct in the words you use

Besuch bei einer Onlineredaktion mit angeschlossener Zeitung

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Vor einigen Tagen hatte ich die Gelegenheit, den Newsroom von Springers Welt in Berlin zu besuchen. Der Newsroom ist als Antwort auf ein Problem entstanden, das alle alten Medienhäuser haben: Wie bringen wir traditionelle und digitale Produkte zusammen? Wie sorgen wir dafür, dass etwas aus einem Guss entsteht und wir redaktionelle Synergien nutzen können. Die Welt arbeitet schon sehr lange, nämlich seit 2004, an der Lösung dieses Problems – und ist zu einer überraschend radikalen Lösung gekommen.

Besuch im Welt-Newsroom – eine Mini-Webreportage.

Das neue Facebook-Design: Abschied von der Linkschleuder

Wieder einmal alles anders: Facebook hat den Newsfeed neu entworfen, den Nachrichtenstrom, den der Nutzer gleich nach der Anmeldung sieht. Und wie immer hat das auch Folgen für die Facebook-Strategie einer Redaktion.

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„Think about your visuals“

Ganz neu ist die Erkenntnis nicht: Starke Fotos rocken. Wie Mark Zuckerberg bei der Vorstellung des Newsfeeds betont, ist der Anteil von Fotos in den Facebook-Strömen im letzten Jahr deutlich gewachsen. Im November 2011 machten sie etwa ein Drittel aller Fotos aus, inzwischen sind etwa die Hälfte aller Facebook-Posts Fotos. Und dann ist da noch die Neuerwerbung Instagram – die starken Smartphone-Momente, dank digitaler Patina auch optisch opulent, sollen ihre volle Wirkung entfalten.

Das neue Design stellt Bildreize in den Vordergrund; Fotos werden größer und dürfen ungleich stärker wirken. (Tipp für einen Selbstversuch – eine beliebige Bildergalerie im Angebot der Tagesschau – und dann ein „Big Picture“-Fotoessay des Boston Globe ansehen. ) „Das ist, also ob Du Deinen 20-Zentimeter-Trinitron-Röhrenfernseher gegen einen Großbildschirm eintauschst“, sagt einer der Entwickler im Facebook-Promo-Video.

Nun war das früher schon eine ganz gute Taktik: statt eines Links auf einen Artikel ein Foto zu posten und den Link in den Beschreibungstext zu schmuggeln. Sie dürfte jetzt Standard werden; mal sehen, wie lange Facebook sich das gefallen lässt. Auch das Titelbild dürfte an Bedeutung gewinnen: bisher war es eine Angelegenheit, die nur Marketing-Menschen so recht glücklich gemacht hat – der Durchschnittsfacebooker bekam das Titelbild dagegen genau einmal zu sehen, nämlich beim Klick auf „Gefällt mir“. Jetzt landen Titelbilder deutlich häufiger im Newsstream, nicht nur bei den paar cleveren Seiten, die sie regelmäßig auswechseln.

So wird ein Link in Zukunft angezeigt: quadratisches Vorschaubild, größer als das, was wir jetzt haben, aber vergleichsweise klein – mit der Tendenz, zwischen all den großformatigen Bildern zu verschwinden.

Nur mit Links und den automatisch gezogenen Vorschaubildern zu arbeiten, wird dagegen immer unattraktiver – die Vorschaubilder zu Artikeln bleiben im Vergleich klein. Mit etwas Glück behandelt der Artikel, das der Facebook-Edgerank im jeweiligen Newsfeed als trendendes Thema ausgemacht hat, ansonsten werden Teaser und Vorschau im direkten Vergleich noch unattraktiver, als sie es ohnehin schon sind. Linkschleudern waren früher schon keine uneingeschränkt gute Idee. Mit der Ankunft des neuen Newsfeeds sollte man sich endgültig von ihnen verabschieden.

Gefahren für die Sichtbarkeit

Wer bei Facebook gesehen werden will, muss zahlen – nicht nur der NYT-Blogger Nick Bilton wirft Facebook vor, Seiten-Anbieter gezielt in die Facebook-Werbung zu treiben. Tatsache ist: Der Edgerank, Facebooks Coca-Cola-Formel, macht es Marken vergleichsweise schwerer als früher, gesehen zu werden. Aus Nutzersicht ist das auch nicht unbedingt eine schlechte Sache (wie hier bereits diskutiert), aber logisch, dass die Betreiber von Markenseiten nervös werden, wenn sich wieder etwas ändert.

Das neue Feed-Design scheint mir die Kritik zu entschärfen – und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass der Druck steigt, tatsächlich Werbung zu schalten. Schließlich macht das neue Design es den Nutzern deutlich einfacher, auf den „Nur Freunde“-Feed umzuschalten und den ganzen Content-Kram von mitteilungsbedürftigen Stars, Lebensmittelkonzernen und Medienhäusern einfach auszublenden. Angst, dass man was verpasst, muss man nicht haben – if the news is important, it will find me.

Kann aber auch sein, dass das die Ausnahme bleibt. Der Edgerank-basierte Newsfeed bleibt Standardeinstellung, und Nutzer sind tendenziell faul. Aber wenn jemand die Filter erst einmal entdeckt hat, werden sie default: „Facebook will sort the feeds according to how much they use them“, kündigt Facebook an (bei ca. 19:30).

Profilbild, Titelbild, Tabs: Prepare for the unexpected

Ob sich auch wieder einmal etwas am Design der Chronik bzw. der Seiten ändert? Es steht zu vermuten. Vielleicht mal ausnahmsweise nicht von einem Tag auf den nächsten.

Siehe auch: