Schwarz-rot-gold - nach nur 12 Jahren endlich zulässig…
Donnerstag, Juni 26th, 2008Ok, Ok, Ok,…ist ja gut! Die Türken waren besser. Einverstanden. Aber wer dreimal per Last-Minute-Tor weiterkommt, muss jetzt nicht unbedingt mit dem Schicksal hadern. Jetzt wissen die Türken auch mal, wie das ist!
Hab mich gestern danach auch mal ins Getümmel gestürzt. Mein lieber Mann! Was hat sich in Deutschland getan! Die Fans, eine einzige schwarz- rot- goldene Glückseligkeit. „So sehen Sieger aus, scha-la- la-la“, „Deutschland, Deutschlaaand….“
Hm…. Komisch ist das schon ein bisschen. Ich hab überhaupt nichts gegen die patriotischen Gesänge. Aber es macht mich nachdenklich, wenn ich nur 12!!! Jahre zurückdenke. Es ist wahrlich nicht viel Zeit vergangen seit dem letzten EM- Titelgewinn der Deutschen. Ich erinnere mich noch genau, wie ich am Montag nach dem Endspiel als ARD- Reporter auf dem Balkon des Frankfurter Römers stand, um live vom Empfang für die deutsche Mannschaft zu berichten.
„Und wenn ich hier runter schau, überall schwarz- rot- goldene Fahnen“, schrie ich ins Mikrofon. Das war zwar so. Es zu sagen, aber sehr naiv. Denn einen Tag später wurde mir genau dieser Satz, der einfach nur beschrieb, was ich sah, um die Ohren gehauen. Besonders eine Redakteurin des damaligen „Zeitfunks“ des Hessischen Rundfunks, heute noch immer eine geschätzte Kollegin, bat unseren damaligen Sportchef allen Ernstes, mich bei ähnlichen Veranstaltungen nicht mehr einzusetzen. Man möchte nicht „Deutsch-Nationales“ unkritisch vermittelt bekommen.
Ich fand das schon damals, was heißt damals, es ist wie gesagt gerade mal 12 Jahre her, als sehr ungerecht, speziell mir gegenüber. Es war Zensur! Ein undemokratisches Argument! Heute, 12 Jahre später, können Kameras gar nicht genug schwarz- rot- gold einfangen, um kollektives Freuen zu dokumentieren. Seit heute morgen dreht sichs in allen journalistischen TV- Programmen um nichts Anderes. Wie die Zeit vergeht…


…nach dem traumhaften 3:2 über Portugal
In willkürlicher Reihenfolge.