Suchmaschinenoptimierung
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Die Kunst der Sichtbarkeit: Wie muss ich Seiten aufbauen und texten, um von Google und Co. möglichst gut gefunden zu werden?
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[Bearbeiten] Wie arbeiten moderne Suchmaschinen?
Ständig surfen sie das Internet ab - so genannte "Spinnen" (spiders), Suchroboter, folgen den Links im Internet und überprüfen auch bekannte Seiten immer wieder, was sie an neuen Inhalten anbieten. Die Suchspinnen verzeichnen die gefundenen Seiten in einer gewaltigen Datenbank. (Die trotzdem nur eine Teilmenge aller Internet-Seiten umfassen kann - das "schwarze Internet"; der nicht kartographierte Teil, wird auf drei Viertel geschätzt.)
Dieser Katalog allein ist allerdings wertlos. Suchmaschinen müssen zwei Probleme lösen - die zugleich auch die Ansatzpunkte für Suchmaschinenoptimierung bieten:
- Was enthält eine Seite eigentlich? SEO zielt zum einen darauf, den Suchmaschinen eine möglichst griffige Inhaltsbeschreibung unterzuschieben.
- Wie relevant ist sie? Das umfasst zwei Aspekte: Welche Autorität hat die Seite insgesamt im Netz - und wie zielgenau bietet sie Inhalte, die zur Suchanfrage passen? Das deckt sich mit den Zielen der Journalisten - möglichst gute Inhalte anbieten und dafür möglichst hohe Wertschätzung genießen.
Derzeit versuchen Suchmaschinen wie Google die beiden Grund-Probleme durch folgende Techniken zu lösen:
- Schlüsselbegriffe: Je zentraler ein Schlüsselbegriff auftaucht - in der Überschrift, in der Beschreibung, in vom Computer definierten typischen Kontexten - desto besser beschreibt der Begriff den Inhalt der Seite. Das älteste Sortierverfahren.
- PageRank: je besser eine Seite verlinkt ist, desto wichtiger ist sie - und desto stärker zählen wiederum die Seiten, die sie selbst verlinkt. Diese (patentierte) Methode ist die Basis der Google-Suche.
- Community: Personalisierte Suche erlaubt den Nutzern, die Suchergebnisse für sich als besser oder schlechter einzustufen. Blogs und Links aus sozialen Communities wie Facebook werden von Google besonders hoch bewertet.
[Bearbeiten] Daumenregeln
"Im Prinzip", schreiben Tom Alby und Stefan Karzaunikat im Vorwort zu ihrem Optimierungs-Buch, "lässt sich Suchmaschinenoptimierung auf drei fundamentale Tätigkeiten reduzieren: 1. Gute Inhalte erstellen. 2. Diese Inhalte gut darstellen. 3. Dafür sorgen, dass diese Inhalte gut verlinkt werden." (Alby/Karzaunikat 2007, S. XIV). Und ein anderer Spezialist, der die britische Tageszeitung Independent beraten hat, meint: "The reality is that SEO is more of a mindset than anything else" - für die Suchmaschine schreiben sei vor allem eine Frage der richtigen Einstellung.[1]
Auch wenn Suchmaschinenoptimismus ein Geschäft für Spezialisten ist - einfache Daumenregeln helfen Journalisten, ihre Angebote für Google und Co. lesbarer zu machen:
- Was dem Leser nutzt, nutzt auch der Maschine. Aussagekräftige Überschriften! Beschreibende Teaser!
- Sei klar und spiele ehrlich. Benutze Schlüsselwörter - aber versuch sie nicht, in deinen Text zu zwingen.
- Nutze soziale Netzwerke. Links aus Twitter, Facebook und Co. sind zahlreich und wertig.
- Habe sprechende URLs bzw. Dateinamen - die mögen Suchmaschinen besonders gern.
- Fasse thematisch Verwandtes auf dynamischen Themenseiten zusammen (Beispiele: AP und Spiegel Online nach dem Relaunch)
[Bearbeiten] Vorbild All-in-one-SEO
Für das Blogsystem Wordpress ist ein Plugin namens All-in-one-SEO Pack zu bekommen. Der Hersteller verlangt für die effektive Einrichtung (incl. anderer Optimierungen) einen Betrag von 700 Dollar; es ist also nicht trivial. Trotzdem lassen sich den Beschreibungen ein paar Ansatzpunkte der Suchmaschinenoptimierung entnehmen:
- Der Titel der Seite ist der wichtigste Text überhaupt.
- Die Kurzbeschreibung folgt als nächstes - wenn man einen journalistischen Einstieg schreibt, sollte man darüber nachdenken, den Suchmaschinen noch einen Exzerpt der Seite anzubieten.
- Tags. Sie verraten den Suchmaschinen, was hier zu finden ist, und sind die wichtigste Quelle für Verschlagwortung. Man wähle die Schlagwörter also mit Bedacht - nehme ich Schlüsselworte, oder setze ich absichtlich auf seltene Wörter, die bei Google noch nicht überlaufen sind? Wie genau treffen die Schlagworte? Was sagen sie über meinen Text aus, wenn ich diesen Text nicht kenne?
[Bearbeiten] Audios und Videos finden
Audios und Videos sind ein Spezialfall der Suche - die herkömmlichen Suchmaschinen hören die Dateien nicht durch und "wissen" deshalb ohne Hilfe nicht, was in einer MP3- oder Videodatei drinsteckt (auch wenn Google an Techniken zur Spracherkennung arbeitet[2]). Das heißt: Wer gefunden werden will, muss der Suchmaschine diese Informationen liefern.
Diese zusätzlichen Informationen, die das Audio/Video-Material ergänzen, nennen sich Metadaten. Sie spielen eine zentrale Rolle bei der Auffindbarkeit von Informationen.
[Bearbeiten] Weshalb iTunes wichtig ist
Dahin gehen, wo die Leute sind: Nach Zahlen von 2007 gingen 60 Prozent der Podcast-Nutzer zuerst auf bei iTunes auf die Suche, nur 34 Prozent suchten zuerst auf den Seiten der Anbieter.[3] Schon das spricht dafür, Podcasts grundsätzlich bei Apple anzumelden. (Ihr freundlicher AV-Admin weiß Bescheid, wie.)
Das betrifft auch die Ergebnisse in den Suchmaschinen: Wie oben erwähnt gewichten Suchmaschinen einen Fund über die Bedeutung der Seite, auf der er auftaucht: je bedeutender die Seite, desto relevanter das Fundstück.
[Bearbeiten] Spezial-Suchmaschinen für Audio/Video
Natürlich werden die meisten Leute zunächst immer einmal Google nutzen und nach den Stichworten "Podcast" bzw. "mp3" suchen - und es lohnt sich immer, Angebote auf Google zu optimieren. Für denjenigen, der gezielt nach bestimmten Audios sucht, bieten sich unter anderem die folgenden Spezial-Suchagenten an:
[Bearbeiten] Siehe auch
- "Audio Search Engines" (about.com, englisch)[4]
- Warum Text im Netz König ist - Videos (und Audios!) haben Schwächen im Netz[5]
- Podcasts optimieren - zwei Artikel, die die Diskussion von Optimierungs-Fachleuten festhalten: [6][7]
[Bearbeiten] Materialsammlung
- Tom Alby, Stefan Karzaunikat: Suchmaschinenoptimierung. Professionelles Website-Marketing für besseres Ranking. 2., aktualisierte Auflage,, München: Hanser, 2007. Lesbarer und lesenswerter Ratgeber auch für Nichttechniker.
- Klarer, kompakter Artikel mit Grundlagen und Tipps aus dem "Handelsblatt"[8]
- Die Firma rankingCHECK aus Köln hat einen Ratgeber mit 10 SEO-Regeln zusammengestellt.[9]
- Die Computerzeitschrift "c't" hat 2005 einen Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem es darum ging, sich für das Kunstwort "Hommingberger Gepardenforelle" möglichst gut zu platzieren.[10] Die Lehren, die die Zeitschrift (2006!) daraus für SEO zog, sind in der c't 01/2006, S. 76ff. beschrieben.
- Grundlegendes: "How To Write For The Web" - die Tipps der britischen Onlinejournalisten-Website journalism.co.uk haben auch die Suchmaschinen im Sinn. [11]
