Einschaltprogramme

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Einschaltprogramme profitieren von der weltweiten Verbreitung übers Netz. Sie scheinen auf die Erfindung des Podcasts - gewartet zu habenso können sie ihre Stärke, nämlich passgenaue Angebote für Nischeninteressen fernab vom Medianhörer, optimal ausspielen (vgl. Long-Tail-Philosophie).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Ein Nischenpublikum erreichen

Kulturradios - die Hauptvertreter der Gattung des Einschaltprogramms - produzieren mit großem Aufwand für ein verhältnismäßig kleines Publikum. Sie arbeiten also unter ähnlichen Marktbedingungen wie Podcasts und profitieren davon, über das Netz neue Zielgruppen erreichen zu können:

  • Sie befreien sich von den Grenzen, die Sendegebiet und -zeit ihnen setzen, und können sich neue Hörer auf der ganzen Welt erschließen.
  • Dabei kommt ihnen zugute, dass ihre Angebote innerhalb einer Nische oft (praktisch) konkurrenzlos sind - gerade weil sie teuer und elitär sind.

Voraussetzung ist, dass die potentielle Zuhörerschaft die aufwändig hergestellten Sendungen auch findet. Eine gute Verschlagwortung samt aussagekräftiger Inhaltsbeschreibung ist für Podcasts ein Muss. "Long Tail Drivers" wie Hörempfehlungen (automatisiert oder statisch) oder Nutzertipps und -favoriten helfen, Hörer und Sendung zueinander zu bringen. 

[Bearbeiten] Senderbeispiele

  • Der Deutschlandfunk bietet die Beiträge des gesamten Tages zum Nachrecherchieren und -hören an.[1] - das im Januar 2010 gestartete Online-Radio wissen.dradio.de baut auf diesem Player auf und bettet ihn in eine moderne, frei anpassbare Website ein.
  • Anleihen hat "Deutschlandradio Wissen" eindeutig beim National Public Radio in den USA genommen. (Mehr zum Fallbeispiel NPR hier.)
  • Verbesserungsfähige, aber aussichtsreiche Recherchemöglichkeiten in der ARD-Mediathek: Stichworte (Tags) sind ein wichtiges Hilfsmittel, um in der Angebotsflut der ARD-Radiosender nicht zu ertrinken[2]

[Bearbeiten] Nutzerfreundliche Angebote

  • Detaillierte Inhaltsbeschreibung in den Metadaten: vergleiche [diese] und [diese] Sendung. Welche findet wohl eher ihre Hörer im Netz? Mach, dass Google dich findet, und der Rest findet sich von selbst: Suchmaschinenoptimierung wird zur Schlüsselqualifikation.
  • Zielgenaue Player: Die ARD-Mediathek bindet Audioangebote in eine Player-Applikation ein, die es Nachhörern ermöglicht, gezielt den Teil der Sendung anzuspringen, der sie interessiert. Als Beispiel heir die tägliche hr2-Featuresendung "Der Tag".[3]
  • Interessante Erkenntnis aus der (Video)-Nutzerforschung: Nutzer scheinen eher ganze Sendungen zu erwarten als Einzelbeiträge! (Setzt allerdings voraus, dass sie die einzelnen Inhalte recherchieren können - siehe oben.) (Quelle: Usability-Studie der FH Düsseldorf 2009 im Auftrag des hr)

[Bearbeiten] Podcasts und On-Demand-Radio - unter- oder überschätzt?

Beim Stichwort Podcasts finden sich Daten zur On-Demand- und Podcast-Nutzung.

Es gibt eine Reihe von Gründen, die zu einer systematischen Überschätzung vor allem der Podcast-Nutzung führen:

  • Ein Podcast-Abruf zeigt lediglich eine Nutzungsabsicht an - und nicht, dass der Nutzer das Programm auch tatsächlich gehört hat. Grund: Der Abruf erfolgt automatisch über einen Podcatcher
  • In der ARD-Medienforschung setzte sich 2009 die Erkenntnis durch, dass die Abrufzahlen vor allem von Popwellen durchdie Rekorder-Software "Clipinc" für eine massive Aufblähung der Abrufzahlen verantwortlich ist. Bei Radiosendern, deren Stream der Nutzer mitschneidet, sucht die Software automatisch nach Podcasts und lädt diese im Hintergrund selbständig herunter, um die Wiedergabe sofort starten zu können. Während Kulturwellen davon offenbar kaum betroffen sind, sind bei Popwellen deutlich zweistellige Prozentanteile der Podcast-Nutzung über Clipinc generiert. (Quelle: hr-Medienforschung persönlich, August 2009)

[Bearbeiten] Weiterführende Links

  • Dietmar Timm; "Glänzende Zukunft" - der Multimedia-Chef des Deutschlandradios sieht seine Programme insgesamt eher gestärkt als geschwächt; mit guten Gründen. [4]



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