Begleitprogramme
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Zu einem Begleitprogramm kann man im Netz vertiefende Informationen anbieten, Elemente eines Einschaltprogramms ergänzen und die emotionale Bindung zum Programm über Communities und netzgestützte Aktionen pflegen.
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Vertiefende Informationen
Vor allem zum laufenden Musiktitel kann eine Datenbank vertiefende Informationen und Links anbieten:
- Der öffentlich-rechtliche Popsender SWR3 verknüpft seine Playlisten-Informationen mit Bandbiographie, Covern und übersetzten Lyrics [1]
- Radio-Programme fürs iPhone zeigen in der Regel den Titel an, der gerade gespielt wird - einzelne wie die "WDR Radio App" ziehen dazu aus frei zugänglichen Datenbanken wie dem LyricsWiki zusätzliche Informationen.
- last.fm verbindet ein personalisiertes Netzradio mit einem sozialen Netzwerk - und stellt die Hintergrundinformationen zum gerade gespielten Künstler in ein Wiki, sodass die Nutzer sie selber ergänzen können (Beispiel)
- Der spanische Sender iCat fm führt viele kleine Informationsschnipsel im Netz zu einem beeindruckend geschlossenen Ganzen zusammen: Songtexte, redaktionelle Bandinfos, Plattencover, der Link zur Band-Website - und zu Beiträgen, beispielsweise einer Kino-Rezension, selbstverständlich Audio, Text, Fotos und weiterführende Informationen (Beispiel)
Das Programm auffächern
Ein Begleitprogramm zielt notwendigerweise auf den Mainstream; im Netz kann ein Radiosender passgenauere Angebote machen (vgl Long-Tail-Philosophie) - vor allem für das markenprägende Angebot; die Musik. Das ist der Grund, weshalb einige Programme im Netz "Channels" anbieten - so bietet der Bad Homburger Privatsender FFH neben seinem Live-Stream Kanäle unter anderem für Schlager, Black Music, 80er Jahre, Dance, Elektronik, Rock, Deutsches, Top 40 sowie Lounge und Jazz - zielt mit seinen Schleifen also auch auf ein Publikum, das er mit seinem On-Air-Programm nicht erreicht. Außerdem gibt es Wort-Kanäle für Comedy und Nachrichten.
Individualisierte Begleitprogramme
Nur scheinbar ein Widerspruch in sich: Software ermöglicht es, ohne großen Personalaufwand die erwähnte Auffächerung des Programms bis zum Extrem zu treiben - ein Programm, das sich exakt an Geschmack und Vorlieben des einzelnen Hörers orientiert. (Einige Beispiele unter dem Stichwort IP-Radio.) Ein Algorithmus stellt nach Vorgaben des Nutzers einen linearen Audiostream zusammen - und der muss sich bei weitem nicht auf Musik beschränken; auch eine Mischung aus Wort und Musik ist möglich, sogar Stundenuhr-Schablonen als Muster für individuell generiertes Programm.
Wenn diese Technik sich allgemein durchsetzt, zwingt sie Radiosender dazu, sich zu fragen, was ihr Kerngeschäft ist. Wo können die am Medianhörer orientierten Begleitprogramme die ziel- und passgenauen Algorithmen noch übertrumpfen? Sie können es nicht. Allerdings bleibt dem Radio ein USP: Der Moderator - die Stimme, der man zuhört, um die man sich versammelt und um die herum sich die Sender-Community formiert.
Siehe auch
- Hörerbeteiligung - dort u.a. zu Radio-Communities, von denen Begleitprogramme besonders profitieren
- Moderation - Pflege der Moderatorenpersönlichkeit und Kommunikation mit den Hörern
- Radio-Aktionen
- Radio-Gewinnspiele
