Jan Eggers

Das Interdings, soziale Medien, Journalismus und der ganze Rest.

21. Oktober 2014
von Jan Eggers
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Seminartumblern mit Stil!

Seminarprotokolle schreiben ist ein notwendiges Übel, aber ein Übel ist es allemal. Irgendwie ist es mir bisher nicht gelungen, eine Textverarbeitung zu finden, mit der ich mühelos und in brauchbarer Größe Foto- und Textprotokoll vereinen kann; das Einfügen der Fotos mit Word, Docs, Pages, LibreOffice etc. ist eine unglaubliche Fummelei. Abgesehen davon, dass man das Seminarprotokoll eigentlich führen müsste, während man das Seminar hält – mit Word und Co. so gut wie unmöglich.

Die gute Nachricht: Tumblern geht. Richtig gut sogar.

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Ein Tumblelog – also ein Blog beim Einfachst-Blogdienst Tumblr – ist eine schöne Methode, um ein Seminar praktisch live mitzubloggen; ganz besonders, wenn man einen hohen Anteil an Fotos im Protokoll erwartet: Ein solcher Seminartumblr ist in wenigen Minuten eingerichtet, und mit den entsprechenden Apps kann man Seminarfotos bequem schießen und hochladen. Bereits gepostete Fotos, Links und Texte lassen sich parallel am PC oder Tablet nachbearbeiten – und als Bonusnutzen können die Teilnehmer immer wieder nachschauen, wie das Seminarprotokoll wächst.

Nachteil ist, dass ein Tumblr genau andersherum sortiert ist als ein Protokoll – das Neueste steht zuerst, nicht zuletzt. Diesen Nachteil kann man aber mit einem Trick umgehen. Weshalb jetzt folgt:

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung für ein Seminartumblr

  • Ein tumblr anlegen. Wer die Vertraulichkeit des Seminars wahren möchte, sollte es von den Suchmaschinen ausschließen und u.u. sogar ein Passwort setzen.
  • Das Tumblr-Dashboard anklicken, das neu angelegte Blog auswählen und “Anpassen” klicken. Das Template Optica suchen und auswählen – das hat zwei Vorteile: Erstens eine brauchbare Grid-Ansicht, mit der sich schöne Überblicks-Seiten zum Ausdrucken herstellen lassen, und zweitens die “Endless Scrolling”-Option, die wir jetzt einschalten. Das macht’s später leichter, das Blog herunterzuladen.
  • Titelbild und Profil nach Wunsch anpassen.

Jetzt kann’s losgehen – wir können posten; von der App via Smartphone oder Tablet oder vom Computer. Wichtig ist nur eins: Alle Posts müssen zusätzlich ein und dasselbe vorher festgelegte Tag bekommen. Sonst kann man nachher die Reihenfolge nicht umdrehen. Am einfachsten nimmt man einen Buchstaben – “x” wäre schön. Oder den Namen des Projekts: “#buzzy” zum Beispiel.

Wenn das Seminar gelaufen ist und alle Posts abgesetzt und ggf. nachbearbeitet, wird es Zeit, die Reihenfolge umzudrehen und ein PDF zu erstellen:

  • Das Seminarblog aufrufen. (Die Dashboard-Ansicht tut’s nicht – die URL muss also wirklich meintumblr.tumblr.com lauten und nicht www.tumblr.com/meintumblr. [Beispiel]
  • Auf das festgelegte Tag klicken (in unserem Beispiel: #buzzy). Wenn wir brav alle Posts mit dem Tag “buzzy” markiert haben, sind sie weiter alle zu sehen. [Beispiel]
  • Das wirklich Magische kommt jetzt: In die Adress-Zeile des Browsers klicken und hinter die URL noch /chrono eingeben. Jetzt werden die Posts in chronologischer Reihenfolge angezeigt [Beispiel] – ein Trick, den ich hier gefunden habe.

Diesen Link kann man seinen Seminarteilnehmern als Protokoll-Ersatz mailen – und als Sonder-Service noch ein Überblicks-PDF dazutun:

  • Oben rechts auf “Template bearbeiten” klicken.
  • Zu den Template-Optionen scrollen und bei Layout “Grid” auswählen.
  • In ein PDF drucken. (Mit dem Chrome-Browser ist das ohnehin die Voreinstellung beim Drucken. Mit anderen Browsern hilft beispielsweise der PDF Creator.)
  • Das Template wieder zurück auf das Layout “Regular” oder “Narrow” zurückstellen.

PDFs lassen sich in der Word-Konkurrenz LibreOffice nachbearbeiten, wenn’s denn sein muss; besser fährt man aber, wenn man den Seminartumblr selber etwas nachbearbeitet: So oder so: Der Aufwand fürs Protokoll ist gewaltig geschrumpft – und es entsteht dann, wenn das Seminar läuft, nicht aus der Erinnerung hinterher.

23. Juni 2014
von Jan Eggers
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Die schlechteste Art, 50 Euro auszugeben

Facebook-Werbung für einen Beitrag in unserem Blog: bringt Traffic, geht aber am eigentlichen Ziel vorbei. Bilanz eines Versuchs zu Lehrzwecken. 

Brennender Dollar. CC-BY images_of_money

CC-BY Images_of_money/via flickr.com

Es war Halbzeit: Buzzy, unser kleines Experiment in praktischem Community Management, war nach den ersten vier Tagen schon ganz gut angelaufen. Das erste Wochenende lag hinter dem den 8 Volontärinnen und Volontäre des hr, die den Auftrag hatten ein Buzzfeed-artiges Angebot aufzuziehen, um praktische Erfahrungen zu sammeln: im Umgang mit Kommentatoren, Fans und Trollen, und darin, wie man Inhalte auf Social-Media-Verbreitung hin optimiert. (Mehr dazu habe ich hier geschrieben.) Buzzy-Logo 100x100Bekommt man in einer Woche eine Community ins Laufen? Im Normalfall nicht. Also haben wir uns überlegt, zu schummeln – und unsere Seite mit gekaufter Aufmerksamkeit zu pushen. Sprich: mit Online-Werbung. Den zu Recht gebührensensiblen Lesern darf ich versichern, dass für dieses Experiment kein einziger Beitragseuro verletzt wurde – unser exorbitantes Werbebudget von 50 Euro verdankte sich der privaten Großspende eines Seminarleiters.

Gut gezielt…

Eine kurze strategische Analyse brachte uns zu diesen Überlegungen:

  • Von den verschiedenen Plattformen, auf die wir Buzzy gebracht hatten – Blog, Twitter, Youtube, Instagram, Facebook – , entwickelte sich Facebook aus einer Reihe von Gründen am besten.
  • Es ist also klug, sich auf diese Plattform zu konzentrieren – die anderen kann man, wenn man eine Basis hat, nachziehen.
  • Primärziel also: Facebook-Fans gewinnen.
  • Sekundärziel: Traffic auf die Stammseite ziehen.

Die Volos überlegten sich außerdem, die Werbung eventbasiert zu schalten – also: sich ein Event zu suchen, das in unserer Zielgruppe in aller Munde ist und dazu unserer potenziellen Klientel einen Buzzy-Inhalt zu servieren. (Diese Zielgruppe hatten wir mit Hilfe von vier Personas umrissen: Twentysomethings, netzaffin, gebildet, unterhaltungsorientiert, eher urban.) Ein Ereignis, das sich gut dazu eignete, gab’s auch – den Start der ARD-Version des Quizduells am 12. Mai. Wozu Buzzy eine Batterie von halb ernst gemeinten Quizduell-Tipps vorbereitet hatte – mit den passenden AniGifs. Das musste doch klappen!

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7. Mai 2014
von Jan Eggers
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Der Grund, warum ich diesmal nicht auf die re:publica fahre. Ich glaube, es ist für eine gute Sache.

Zugegeben: Ich hätte auf Anhieb mindestens fünf Sessions gefunden, für die ich sofort! die Liebe meines Lebens und meine unmündigen Kleinkinder stehen lassen hätte, um nach Berlin zu fahren. Aber das wird in diesem Jahr nicht passieren.

Looking for (Digital) Freedom: The Hoff auf der re:publica 14. Foto CC BY-SA  republica/Gregor Fischer

Looking for (Digital) Freedom: The Hoff auf der re:publica 14. Foto CC BY-SA republica/Gregor Fischer

Der Grund ist, dass ich mit acht jungen hr-Journalistinnen und -Journalisten an Buzzy schraube. Buzzy hat den #rp14-Eröffnungsabend aufs Wesentliche reduziert und produziert auch sonst feinste Klickschindereien wie “7 Amazon-Bewertungen, die dich an der Menschheit zweifeln lassen“, oder “Wenn du ohne diese 8 Dinge aufgewachsen bist, hattest du keine Kindheit“.

Müssen die jetzt bei den Öffentlich-Rechtlichen auch noch auf Buzzfeed machen? Von meinen Gebühren? Nun: unsere öffentlich-rechtlichen Kollegen in Belgien haben darauf mit “Ja” geantwortet und haben sehr gute Gründe dafür. Aber darum geht es uns mit Buzzy gar nicht. Buzzy ist ein Übungsprojekt, mit dem die Volos etwas erwerben sollen, das bisher eher nicht zur Journalisten-Ausbildung gehört: Praktische Erfahrungen im Social-Media-Journalismus und im Community Management.

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15. April 2014
von Jan Eggers
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Das öffentlich-rechtliche Startup

Elefanten können nicht von Mäusen lernen, wie man tanzt. Große Medienkonzerne können nicht von Silicon-Valley-Startups abschauen, wie man beweglich und innovativ wird. Oder doch? Dem öffentlich-rechtlichen VRT in Belgien scheint diese Haltungsturnübung zu gelingen – und so etwas zu schaffen, was öffentlich-rechtliche Sendern nur selten gelingt: eine verlorene Generation wenigstens ab und zu zu erreichen.

Tanzender Elefant - CC BY-NC Mister Kha/via flickr.com

Tanzender Elefant – CC BY-NC Mister Kha/via flickr.com

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